Wann kommen wir zur Besinnung ? Vom Zauber der Weihnacht

Vom Zauber der Weihnacht

Eigentlich soll ja jeder glauben wie und woran er/sie will….

Aber glaubt denn überhaupt noch irgendwer irgendetwas?

Im Fernsehen wird von Kindergärten berichtet, die nicht nur den Kleinen den Glauben an den Weihnachtsmann rauben und somit ein Stück ihrer Kultur, sondern ihnen auch den Ursprung dieser Glaubenstradition vorenthalten.

Sie erfahren nichts von dem wohltätigen Mann, der vermutlich ein Bischof aus Myra war und einst in der heutigen Türkei gelebt und gewirkt hat.

In meiner Kindheit brachte der Heilige Nikolaus, am 6. Dezember Schokolade. Mit seiner Mitra und dem Bischofsstab hatte er zwar ein respekteinflössendes Auftreten (im Kindergarten) – aber ich freute mich immer auf ihn. Meist war er in Begleitung des finsteren Krampus (wo ist der eigentlich geblieben?).

An Weihnachten kam das Christkind und half meiner Mutter, die Geschenke um den Weihnachtsbaum zu platzieren. Ich lauschte hinter der verschlossenen Tür und hoffte irgendetwas vom geheinmisvollen Christkind zu hören.

Erst, wenn ein zartes Klingeln ertönte und es es aus dem Fenster entschwunden war, durfte auch ich hinein. Leider schaffte ich es nie, wenigstens einen kurzen Blick zu erhaschen. 😉

 

Der Zauber der Weihnacht

Ein ganz besonderer Zauber lag in der Luft, den meine Mutter mir mit viel Liebe und Hingabe bescherte.

Natürlich ist es in der heutigen Zeit schwer, den Glauben an ein Christkind oder den Nikolaus aufrechtzuerhalten. Aber man sollte ihn nicht mutwillig zerstören.

Denn mit großer Wahrscheinlichkeit hat es ihn wirklich gegeben.

Abgesehen davon finde ich den Gedanken an einen mildtätigen Mann, der wahrhaftig existiert hat, wesentlich faszinierender. Er kann Kindern ein gutes Beispiel sein. Im Gegensatz zu einer Figur, dessen einzige Daseinsberechtigung seine „Arbeit“ an Weihnachten ist – nämlich die Kinder zu beschenken. Ein Nikolaus, der die Wahl hatte, Menschen aus purem Mitgefühl aus ihrer Not zu helfen und sich bewusst dafür entschieden hat, ihnen mit seinen Wohltätigkeiten das Leben zu erleichtern, ist in meinen Augen ein Mensch, dessen ich gerne jedes Jahr gedenke. Er hat seinen eigenen Besitz mit Notleidenden geteilt.

Ein Santa Claus, der am Nordpol mit seinen Elfen Geschenke bastelt, weil das sowieso sein „Job“ ist und sie mit dem Rentierschlitten fliegend, durch die Schornsteine rutschend in der Welt verteilt, ist zwar eine süße Geschichte, hat aber – in meinen Augen – den eigentlichen Sinn verfehlt.

Was hat denn das mit Mildtätigkeit und Mitgefühl zu tun? Warum soll ich dieser Phantasiegestalt gedenken?

Was wird denn hier gefeiert?

Konsum?

 

 

 

 

Und während der Großteil von uns durch die Geschäfte hetzt, um immer mehr und immer teurere Geschenke für die Lieben zu kaufen…

 

 

 

…sehnen wir uns doch eigentlich alle nach diesem besonderen Zauber, der uns innehalten lässt, um den Stress des Alltags beiseite zu schieben und die Gedanken auf das WIR auszurichten. 

Mir scheint jedoch, wir jagen einem Phantom hinterher. Denn unser Christkind verblasst, unser Sankt Nikolaus wurde ersetzt von einem Weihnachtsmann, den ein US-amerikanischer Großkonzern popularisierte und die „stade“ Zeit verbringen wir in Kaufhäusern.

Was ist übrig von dem Weihnachtsfest, das ein Fest der Freude, Nächstenliebe und Besinnlichkeit sein sollte?

Könnte man denn die besinnliche Zeit nicht nutzen, um zur Besinnung zu kommen?

 

Fotos: Pixabay, Fotolia